Cristiano Ronaldo: "Es war falsch zu sagen, dass ich reich, jung und schön bin."

Der Weltfußballer im Mega-Interview mit "France Football"

 

 

 Über die Tränen die flossen:
"Es war ein Moment der großen Aufregung, vor allem als mein Sohn dann zu mir kam und mich umarmte. Das hat das Fass zum überlaufen gebracht und das brachte mich zum weinen. Und als ich dann die Tränen meiner Familie sah, weinte ich noch mehr. Das waren echte Tränen. Ehrlich gesagt, hätte ich das nicht erwartet, aber ich war in dem Moment einfach sehr glücklich. Für die Menschen, die mich nicht kennen war das wohl eine große Überraschung mich mit Tränen zu sehen. Aber die die mich gut kennen wissen, dass ich eine natürliche und spontane Person bin."

Über den BALLON DÓR:
"Ich brauchte erstmal zwei bis drei Tage, bis ich es wirklich realisierte. Ich genoss es."

Über sein persönlichen Charakter:
"Ich bin ich selbst und selbstverständlich wird nicht immer alles verstanden, was ich tue oder sage. Nach einem verlorenen Spiel konnte ich es nie akzeptieren und habe immer schlecht geredet. Meine Art zu leben hat sich verändert, meine Persönlichkeit nicht. Ich will mich immer verbessern und mache mir auch Druck. Ich bin sehr wettbewerbsfähig und hasse es zu verlieren. Ich will das beste für den Klub aber auch für die Nationalmannschaft. Das ist der Grund, wieso es manchmal Missverständnisse gibt. Ich war so in Manchester und auch hier in Madrid bin ich so."

Über den Neid anderer Menschen:
"Ich sagte mal, dass alle neidisch wären, weil ich reich, jung und hübsch bin. Das zu sagen war ein Fehler. Nach dem Spiel war ich sehr wütend, aber hätte man mich ein bisschen später Interviewt hätte ich etwas anderes gesagt. Wie ich schon sagte, ich bin nicht perfekt. Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut, wie jeder andere auch. Ich habe auch meine Macken. Mit dem Alter lernt man aus Fehlern. Die Leute verstehen mich immer mehr, sie verstehen dass ich einer bin, der hart arbeitet. Ich bevorzuge es nun, auf dem Platz zu antworten und nicht außerhalb zu reden."

Über die Feindseligkeit ihm gegenüber:
"Vor allem in Auswärtsspielen ist es so. Die Art, wie ich oft empfangen werde, ist nicht sehr nett. Sie Beleidigen mich ständig. In der letzten Zeit hat sich das etwas verbessert. Aber Beleidigungen wie "Ronaldo du Bastard" höre ich ständig, sie bezeichnen mich als Puppe oder beleidigen meine Mutter."

Über sein Alltag:
"Es ist nicht einfach ein normales Leben zu führen. Wenn ich meine Karriere beende, hoffe ich dass es etwas ruhiger wird und dass ich mein Leben etwas mehr genießen kann. Jetzt ist es nicht einfach. Das bedeutet nicht, dass ich nicht raus kann. Ein Schild wo drauf steht "No, Cristiano" habe ich noch nicht gesehen (lacht). Aber wenn ich mal mit meiner Freundin und meinen Sohn ausgehe, dann kommen sofort welche die Autogramme oder ein Foto wollen. Ich versuche immer öffentliche Plätze zu vermeiden. Ich gehe eher in ruhige Orte, wo man sich nicht so sehr für Cristiano interessiert."

Über seinen Tagesablauf:
"Ich trainiere drei oder vier Stunden am Tag. Um 9.30 Uhr bringe ich meinen Sohn zur Schule und esse dann mit meiner Mutter Mittag. Wenn ich mich um meinen Sohn kümmer, vermisse ich den Mittagsschlaf mit ihm. Er braucht das um gut zu wachsen. Eine Tour durch Madrid, einen Englischkurs besuche ich oft, damit ich nichts vergesse. Stretching, Pflegen, Musik hören, schwimmen gehen. Ich tue einiges um Zeit mit meinen Sohn zu verbringen. Am Abend gönne ich mir eine Massage oder gehe in ein Restaurant essen. Ich gehe so schnell wie möglich ins Bett um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Für mich ist das die einzige Erholung. Wenn ich mal frei habe, dann will ich gar nichts mit meinen Beruf am Hut haben."

"Deswegen benötigt man viel Schlaf, vor allem wenn man alle drei Tage spielt. Man muss alles dafür tun, um im jeden Spiel 100% fit zu sein. Kleine Details machen einen großen Unterschied."

Über seine Solidarität:
"Es ist wahr, dass ich vielen versuche zu helfen. Jorge Mendes (Sein Berater) tut das auch. Es ist etwas, was ich ungern öffentlich mache. Wenn man eine gute Tat vollbringt, braucht man es nicht an die große Glocke hängen. Zu dieser Zeit, haben viele Kinder große Probleme. Das ist ein sensibles Thema, worüber ich ungern rede. Ich wurde gut erzogen. Mein Vater und meine Mutter haben mir immer gesagt, wenn du gutes tust, kriegst du es irgendwann zurück. Gesundheit, eine großartige Familie, Erfolg. Gott hat mir alles gegeben. Ich darf niemals vergessen wo ich herkomme, wo meine Wurzeln sind und meine Freunde aus der Kindheit." 

Über seinen Job:
"Man muss hart arbeiten und eine Menge Ehrgeiz haben um der beste zu werden. Man muss auch sehr professionell sein. Ich habe von vielen lernen können. Von Gary Neville und Ryan Giggs in Manchester, von Raul und Michel Salgado in Madrid, von Figo, Rui Costa, Fernando Couto und Deco in der Nationalmannschaft. Professionalität machen 70% des Erfolges aus."

Über Lionel  Messi:
"Seine Konkurrenz hilft mir, mich zu verbessern. Aber nicht nur Messi, es gibt einige gute Spieler in der Premier League und in anderen internationalen Meisterschaften. Luis Suarez, Iniesta, Neymar, Bale, Diego Costa und Falcao. Sie verbessern sich und ich verbessere mich. Messi und ich sind im gleichem Wettbewerb. Wir beide wollen das beste fürs Team und pushen uns gegenseitig, uns zu übertreffen."

Über den Ballon d'Or:
"Ich bin glücklich, aber wichtiger sind mir die kollektiven Titel. Der Ballon d'Or ist eine individuelle Trophäe und wollte sie natürlich gewinnen. Auch wenn ich nicht gewonnen hätte, wäre ich immer noch der selbe."

Über Pele:
"Diese Auszeichnung ist etwas besonderes im Weltfußball. Und sie von einem Spieler wie Pele zu bekommen war ein Privileg. Ich bewundere Pele als Spieler, aber auch als Mensch."


Über den Kampf um den Ballon d'Or:
"Es war eine große Belastung. Es war sehr kompliziert bis ich meinen Namen hörte. Ribery hatte ein herausragendes Jahr und gewann alles. Messi ebenso. Aber am Ende gewann ich. Es war ein tolles Jahr mit vielen Toren. Ich wusste nicht, dass ich gewinnen würde, bis Pele meinen Namen rief. Viele denken, ich ging zur Gala, weil ich wusste das ich gewinnen würde. Aber in den letzten Jahren war ich auch anwesend, obwohl ich verlor. Auch sagten viele das ich meine Familie mit genommen habe, weil ich bescheid wusste , doch das war schon das dritte mal, dass ich sie mitnahm. Mein Sohn kam zum ersten Mal mit. Mich macht es wütend, dass manche sagen, ich wäre nur gekommen, weil ich wusste ich würde gewinnen. Ich versichere ihnen, dass ich das nicht wusste. Hätte ich es gewusst, hätte ich eine Rede vorbereitet und hätte anders reagiert. Doch meine Reaktion auf der Bühne war auch für mich überraschend."

Über seine Rede bei der Ballon d'Or Gala:
"In den vergangenen Jahren habe ich nie etwas vorbereitet, weil ich es bevorzuge, spontan eine Rede zu erfinden. In Zürich war ich aber dann so aufgeregt, dass ich kaum klar denken konnte. An diesem Abend war ich auch sehr müde. Mir tut eigentlich nie etwas weh und bin immer in Form, aber an diesem Tag hatte ich Kopfschmerzen und Rückenschmerzen. Es war so viel Druck. Als ich weinte, ging alles weg. Nun fühle ich mich besser."

Über den Tag vor der Zeremonie:
"Ich war nervös, auch im Spiel gegen Espanyol schon ein wenig. Alle haben darüber gesprochen, einige auch dass Ribery gewinnen würde. Jeder hat seine Meinung abgegeben. Ich versuchte das alles nicht zu hören, meine Mutter fragte mich immer wieder ob ich gewinnen will. Jetzt bin ich entspannt und bereit noch besser als im letzten Jahr zu sein."

Über, ob er sich nun ausruhen wird oder sich neu motivieren wird:
"Es ist wahr, dass ich nun ruhiger bin, aber das ändert nichts daran, dass ich besser werden will. Jedes Jahr will ich Geschichte schreiben. Ich werde mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen. Ich will mit Madrid und Portugal viele Titel feiern. Der Ballon d'Or bedeutet nicht, dass man sein Ziel erreicht hat, sondern das man weiter kämpfen muss."

Über die Unterschiede zwischen Ancelotti und Mourinho:
"Sie sind beide großartig. Auf dem Platz gibt es einige Unterschiede als im letzten Jahr. Ancelotti macht es wirklich gut. Er ist ein guter Mensch, ein guter Trainer. Ich bin glücklich, mit ihm zu arbeiten. Ich fühle mich bei Real Madrid sehr wohl und in dieser Saison ist alles möglich."

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